Die Geschichte der Basler Künstlerlarve
- Bastian Peter

- 22. Dez. 2025
- 11 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Dez. 2025
Die Geschichte der Basler Künstlerlarven: Von frühen Larvenformen bis zum signifikanten Jahr 1925, als die Basler Künstlerlarve entstand, wie wir sie heute kennen.

Zur Herkunft der Basler Künstlerlarve
Bevor die eigentliche Basler Künstlerlarve geboren wurde, gab es selbstverständlich schon viele Jahre zuvor Larven. Von den ersten Abbildungen Ende des 16. Jahrhunderts bis heute hat sich viel verändert. Doch in den Grundzügen blieb die eigentliche Maskierung die Gleiche. Die einzelnen Figuren hatten jeweils eine ganz spezielle Bedeutung oder wurden anders dargestellt. Die Geschichte lässt sich verfolgen auf den Spuren des sagenumwobenen Heerkönigs aus dem 11. Jahrhundert bis zum heutigen Harlekin - ursprünglich ein und dieselbe Figur. Der Weg dieser Figur führte von der Normandie über die Commedia della` Arte in Venedig nach Basel. Die erste Erwähnung eines Harlekins oder Hanswursts an der Strassenfasnacht von 1783 beschrieb ihn als eine Figur mit einer weissen Weste, hohem Hut und gewachster Larve. Im Mittelalter wurden auch Larven aus Holz und Metalllarven getragen. Aus dem 16. Jahrhundert ist das überlieferte Zeugnis über den Verkauf und Handel von Larven bekannt. "In den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts kamen Stofflarven auf und zuletzt die Larven aus Papier Maché ("kaschiert").", so schrieb 1913 Paul Rudolf Kölner.
Paul Rudolf Kölner beschreibt 1913 in seinem Buch Die Basler Fasnacht weiter, dass Masken in Basel zwar möglicherweise schon im Mittelalter vereinzelt verwendet wurden – etwa aus Holz oder Metall –, gesicherte Hinweise darauf aber rar sind. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts setzten sich nach und nach andere Maskentypen durch: zunächst Stoffmasken, später Wachsmasken und schließlich Larven aus Papiermaché.
Das Tragen solcher Larven war jedoch lange Zeit streng verboten. Noch bis in die 1830er-Jahre wurde es von den Behörden verfolgt und bestraft. In einem kirchenrätlichen Schreiben aus dem Jahr 1806 wird dieses Verkleiden ausdrücklich als großes Ärgernis verurteilt. Kritisiert wurde insbesondere, dass Menschen sich in Tiergestalten verwandelten oder das ihnen von Gott gegebene menschliche Gesicht durch „unmenschliche und abscheuliche Karikaturen“ entstellten, wie Kölner aus den Quellen zitiert.
Wenn man von der damals üblichen geschlechtsspezifischen Alltagskleidung absieht, bestanden die eigentlichen Fasnachtskostüme des einfachen Volkes bis ins 17. Jahrhundert hinein vor allem aus drei Figuren: dem Harlekin – einer Figur aus der italienischen Possentradition, die im deutschsprachigen Raum als „Hanswurst“ bekannt wurde –, sowie dem Teufel und dem Bauern.

Für das Auftreten des Harlekins als Straßenmaske in Basel lassen sich nach Kölner aus älterer Zeit allerdings keine Belege finden. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts taucht diese Figur gelegentlich in den Quellen auf. So wurde im Jahr 1783 ein Mann namens Gabriel Berger mit einer Geldstrafe von einem Neutaler belegt, weil er nachts im Gesellschaftshaus „zum Dolder“ als Hanswurst verkleidet Späße gemacht hatte. Er behauptete zunächst, lediglich eine weiße Weste und eine Papiermütze getragen zu haben. Die Untersuchung ergab jedoch, dass er eine Wachslarve trug sowie eine hohe Mütze, an deren Vorderseite eine Puppe befestigt war, und damit auf dem Tanzboden auftrat.
Ein weiterer Fall wird für das Jahr 1790 erwähnt: Ein Bürger musste sich verantworten, weil er als „Arlequin“ gekleidet – mit Rock, Weste, verziertem Hut und einer auffälligen Haartracht mit Spiegel – am Spalemer Umzug teilgenommen hatte. Paul Rudolf Kölner merkt dazu an, dass es sich bei diesen Erscheinungen eher um clownartige Verkleidungen gehandelt habe. Der klassische Harlekin mit spitzer, zuckerhutförmiger Mütze und schellengeschmücktem, bunt geflicktem Kostüm sei in Basel offenbar nie wirklich heimisch gewesen.
Ganz anders verhält es sich hingegen mit den Figuren des Teufels und des Bauern. Diese lassen sich deutlich weiter zurückverfolgen. Bereits 1432 untersagten die Behörden das Tragen sogenannter „Teufelshüte“. Und 1526 richtete sich ein obrigkeitlicher Erlass gegen das Umhergehen „in Meyers oder dergleichen Weise“, also in bäuerlicher Kleidung.
Kölner geht davon aus, dass Teufel und Bauer meist als zusammengehöriges Paar auftraten. Mit derben Späßen, oft obszönen Gesten und provozierendem Verhalten belästigten und belustigten sie zugleich das Publikum. Gerade diese Wirkung dürfte ein Grund dafür gewesen sein, dass sich diese Maskenformen über Jahrhunderte hinweg im Volksbrauch hielten.
Noch 1783 ist in Reformationsakten von zwei jungen Männern die Rede, von denen sich der eine als „hessischer Bauer“ in weißem Hemd, der andere als Teufel mit einem umgedrehten Pelz verkleidet hatte. In der bis in Kölners Zeit noch häufig zu sehenden Figur des „Deifeli“ erkennt er das letzte Überbleibsel einer rund fünfhundert Jahre alten Fastnachtsmaske.
Wie sich wohlhabendere Kreise bei privaten Maskeraden oder Tanzveranstaltungen verkleideten, lässt sich anhand eines Maskenbildes aus dem Jahr 1595 nachvollziehen, das sich im Stammbuch des Basler Bürgermeisters Jakob Göß erhalten hat. Darauf ist ein vornehmes Paar zu sehen, begleitet von einem Bajazzo mit Fackel sowie einem Lautenspieler in ähnlich närrischer Kleidung. Die drei männlichen Figuren tragen kaffeebraune Masken mit langen Bärten, während die Dame eine farblich passende Halblarve trägt. Das Bild wird heute im Historischen Museum aufbewahrt.

Im 18. Jahrhundert nahm das Maskieren insgesamt stark zu. So sehr sogar, dass der Basler Rat 1715 das Verkleiden unter Androhung von Leib- und Lebensstrafen als „höchst gefährliche Sache“ verbot. Dieses Verbot wurde 1727 ausdrücklich auf Jung und Alt ausgedehnt.
Besonders beliebt war beim einfachen Volk das Verkleiden in Trachten benachbarter Regionen. Solche Kostüme waren leicht zugänglich, da viele Menschen ihre jeweilige Landestracht ohnehin besaßen. Entsprechend häufig tauchen in den Akten Gestalten wie „Wälderbauern“, Markgräflerinnen, „Bernermeidle“ oder Baselbieterinnen auf. Nach der Fastnacht mussten sich viele von ihnen vor den kirchlichen Behörden verantworten und wurden – je nach Einsicht – entweder zu einer geringen Geldstrafe oder zu empfindlichen Bußen von bis zu zwanzig Pfund verurteilt.
Diese Maßnahmen mögen aus heutiger Sicht übertrieben streng erscheinen. Kölner erklärt sie jedoch aus dem damaligen Staatsverständnis heraus: Die Obrigkeit griff, wenn auch in väterlich gemeinter Absicht, tief in das Privatleben der Menschen ein. Nicht nur an der Fastnacht, sondern das ganze Jahr über wurde genau überwacht, wie sich die Bevölkerung kleidete.
Dass sogar noch gegen Ende des 18. Jahrhunderts Bürgerfrauen wegen zu luxuriöser Kleidung in der Kirche, Mägde wegen geschmückter Hauben oder Bürger wegen versilberten Pferdegeschirrs bestraft wurden, macht verständlich, warum auch das Maskieren an der Fastnacht so streng reglementiert war. Die Ideen der Französischen Revolution, insbesondere das Freiheitsverständnis, hatten zu dieser Zeit Europa in solchen Alltagsfragen noch nicht erreicht.
Erst im 19. Jahrhundert – so schreibt Paul Rudolf Kölner 1913 rückblickend – prägten Figuren wie die Altfranken, der Dumme Peter und die „Bajasse“ das Bild der Basler Fasnacht nachhaltig und wurden zu ihren eigentlichen Wahrzeichen.
Vollständig verschwunden ist hingegen eine andere Maskenform: die sogenannten „Sechelgaigelen“. Laut einem Regierungsbefehl von 1727 hatten die Wachtknechte gezielt nach ihnen Ausschau zu halten. Wer als solcher angetroffen wurde, sollte unverzüglich von der Straße abgeführt und eingesperrt werden.
Diese Sechelgaigelen werden in mehreren Erlassen zwischen 1727 und 1758 ausdrücklich erwähnt. Nach dem Schweizerischen Idiotikon bezeichnet der Ausdruck eine als Frau verkleidete Gestalt mit einem Spinnrocken in der Hand.
Der Volkskundler E. Hoffmann-Krayer vermutete, dass es sich dabei um die Darstellung eines alten, hexenartigen Weibes handelte – eine Figur, die in vielen Teilen Europas als Personifikation des ausgehenden Winters bekannt ist und symbolisch verbrannt, ertränkt oder zerstört wird. Sprachlich sieht er eine Verwandtschaft mit mythischen Gestalten wie Berchta oder Holda, der Frau Holle der Märchen.
Für Basel schließt Kölner jedoch aus, dass es sich um eine bloße Puppe gehandelt habe. Vielmehr müsse es eine verkleidete Person gewesen sein. Da der Begriff im älteren Sprachgebrauch auch ein bösartiges, scharfzüngiges Weib bezeichnet, liegt für ihn nahe, in der Sechelgaigelen den Urtyp der „intrigierenden Maske“ zu erkennen: eine Gestalt, die Passanten mit Spott, Grimassen und verstellter Stimme verspottet und ihnen ihre vermeintlichen Sünden vorhält – vergleichbar mit der noch heute beliebten Figur der „alten Tante“.

Schon aus der Reformationszeit gibt es Hinweise auf diesen Brauch des Intrigierens. Ein Erlass zur Herrenfastnacht von 1526 richtet sich ausdrücklich gegen Schmäh- und Spottworte, die bis dahin von Jung und Alt öffentlich gesprochen und gesungen worden waren.
Die Neigung zum Spötteln, Lästerreden und Bloßstellen sei, so Kölner, dem Basler bis in seine eigene Zeit erhalten geblieben und äußere sich besonders an der Fasnacht. Er sieht darin durchaus auch etwas Positives: Einmal im Jahr erlaube die Maske, unter dem Schutz der Narrheit Wahrheiten auszusprechen, die sonst kaum erträglich wären. Unter dem Banner des Narren, so Kölner, lasse sich die Wahrheit am ehesten ertragen.
Dass Larven zur Maskierung gehörten und auch getragen wurden, beweisen auch die Anzeigen in einer Zeitung um das Jahr 1830, in der Larven, Perücken, Schnäuze und Bärte angepriesen wurden. Der Besucher von Maskenbällen konnte sich jeweils an der Garderobe Kostüme und Larven mieten. Die sogenannten Halblarven sind an der Strassenfasnacht, ähnlich wie Schminke, seit jeher verpönt. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
1843 malte Hieronymus Hess eines der schönsten Fasnachtsbilder überhaupt. Das Aquarell wurde noch im gleichen Jahr als Lithografie auf Stein in kleiner Auflage gedruckt.

Verwirrung um Basler (-Künstler) Larven, Masken & Halblarven
Zum Begriff "Larve", den Basler Künstlerlarven und der Verwechslung im Baseldeutschen mit dem Begriff "Maske" lässt es die folgende Erklärung auf den Punkt bringen: Basler Künstlerlarven sind kunstvoll gestaltete, am Gesicht getragene Larven, die an der Basler Fasnacht von aktiven Fasnächtlern verwendet werden. Der Begriff Basler Künstlerlarve bezeichnet dabei ausschließlich die Larve selbst, während mit der Maske das vollständige kostümierte Erscheinungsbild gemeint ist.

Halblarven (auch Halbmasken genannt) sind an der Basler Fasnacht seit jeher unerwünscht, weil sie nur Teile des Gesichts abdecken (zb. Nasen mit Schnurrbärten, oder kleine Larven die nur die Augen umranden) und damit dem Grundprinzip der vollständigen Verkleidung und Anonymität widersprechen. Häufig entsteht zudem Verwirrung, weil Halblarven fälschlich mit Gummiband-Larven gleichgesetzt werden: Diese sind vollwertige Larven, die lediglich anders getragen werden (mit Gummiband statt Güpfi/Helm) und je nach Einsatz – etwa bei Pfeifern oder Schnitzelbänken – funktional ausgeschnitten sein können. Wie diese Unterscheidung im Kontext von Basler Künstlerlarven zu verstehen ist, erkläre ich ausführlich in einem anderen Artikel in dem es um die Unterschiede zwischen Basler Künstlerlarven, die mit Gummiband getragen werden und den sogenannten Halblarven. Der Link ist unten in den Weiterführenden Links zu finden.

Die klassischen Basler Fasnachtfiguren & der „Alte Ueli“ der Ehrenzeichen (und der Bezug zur Basler Künstlerlarve)
Ende des 19. Jahrhunderts waren die klassischen Figuren fast gänzlich verschwunden. Pierrots, Harlekins, Ueli, Bajasse, Dummpeter und die Altfranken, welche heute nicht mehr wegzudenken sind, wurden erst nach dem 2. Weltkrieg wieder auf den Strassen gesehen. Der Waggis und die Alti Dante waren das ganze 20.Jahrhundert über beliebt. An den Maskenbällen herrschte eine eigene Mode.
Da wurden vor allem Bajazzos, Dominos, Pierrots getragen. Die Larven wurden mehrheitlich aus Frankreich, Italien und Deutschland importiert. Auf die Basler Wünsche gingen die Lieferanten gerne ein. So bauten sie auch die Waggis Larven nach Wunsch. Mit der Bemalung waren die Fasnächtler allerdings nicht zufrieden, mussten sie die Larven doch meistens ummalen, damit sie zu den jeweiligen Kostümen passten.


In kleineren Mengen wurden aber auch in unserer Stadt Larven hergestellt. Eine der ältesten Modelle ist der Ueli, auf einer Abbildung zu sehen vor dem Jahre 1900. Dieses Modell ist dasselbe, das beim alljährlichen Vogel Gryff bei den Uelis zum Einsatz kommt. Die zweite historische Figur ist der Dummpeter - die einzig reine Basler Fasnachts-Figur, dessen Ursprung noch heraus zu finden ist. Heute wird die Figur anders dargestellt als noch im 19. Jahrhundert. 1864 wird beschrieben, wie laut und frech eine Begegnung mit dem Dummpeter ablief. Sein Auftritt ähnelt am ehesten einem Waggis, der die Leute aufstachelt.

Noch älter dürften die Larven auf den folgenden Abbildungen sein, die auch an der Basler Fasnacht getragen wurden. Das Material besteht aus Jute und Gips, was diese Larven einerseits sehr schwer machte und andererseits auch sehr zerbrechlich.

Die Geburt der Basler Künstlerlarve
1921 persiflierte die Fasnachtsgesellschaft Olympia den Kunstkredit. Dieses Sujet entwarf der Bühnenbildner Paul Rudin. Bei keinem Larvenhändler fand die Sujetkommission ein passendes Modell für die kubistisch gezeichnete Larve. Nach längerem Suchen entschlossen sich die Olymper, ihre Larven selber herzustellen.
Paul Rudin modellierte die Larve und kaschierte sie mit Papier und Kulissenleinwand. Nach etlichen Versuchen entstanden so die ersten eigenen kaschierten Larven. Von diesem Zug war Emil Metraux begeistert. Der Inhaber der Firma Emil Metraux und Cie. fabrizierte schon im Jahr darauf unter Mithilfe von Paul Rudin in besserer Qualität kaschierte Larven. Schnell interessierte sich die Basler Künstlerschaft für diese Technik. Erstaunlich ist, dass sich die Fasnächtler erst zu diesem Zeitpunkt für die kaschierte Larve wirklich zu interessieren begannen, bezog man sie doch bekanntlich schon viel früher aus dem Ausland.

Die Geburt der wirklichen Basler Künstlerlarve ereignete also im Atelier Metraux, in Zusammenarbeit mit dem Basler Kunstkredit. 1925 hatte nämlich der Kunstkredit einen Wettbewerb für Larvenentwürfe ausgeschrieben, Ausführung Firma Metraux und Bucherer. Die Preissumme bezahlte diese Firma und bekam so das Recht an den Entwürfen. Im selben Jahr begann die Fabrikation von Wachslarven. Infolge dieses Wettbewerbes, das beim Publikum grosses Interesse weckte und von den Zeitungen wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde, erhöhte das Atelier Metraux die Auswahl von Modellen massiv.

Neben den Gewinnern des Wettbewerbes, Paul Wilde, Hans Häfliger und Max Varin, wurden nun auch Larven von Otto Plattner, Haiggi Müller, Ferdinand Schott, Alfred Seiler, Martha Pfannenschmied, Adolf Weisskopf, Hedwig Frei, Albert Neuenschwander, Robert Stöcklin, Fritz Grogg, Karl Hindenlang und Benedikt Remund in das Sortiment aufgenommen. In der Wettbewerbskritik der Basler Nachrichten war zu lesen, dass die künstlerisch wertvollsten Larven die von Paul Wilde seien, aber mit dem 3. Platz war der Schreiber wenig zufrieden. Das Modell sei zu konstruiert, eine Larve müsse glaubhaft sein und eine Illusion erlauben.

Die Basler Künstlerlarve wird kaschiert
Somit war das Interesse an den Larvengesichtern und deren Gestaltung beim breiteren Publikum geweckt und die Diskussion eröffnet. In den darauf folgenden Jahren wurden die Paarlarven "Koxli" von Max Varin zu einem eigentlichen Verkaufserfolg. Der Start der Basler Künstlerlarve war zugleich der Anfang vom Ende der importierten Larven. Heute scheint es nicht mehr vorstellbar, damals aber stellten die Zeitungen regelmässig die neuen Larvenmodelle vor, die beim Atelier Metraux und Bucherer zu kaufen waren. Bucherer und Metraux setzten eigenhändig die Entwürfe der Künstler um und entwickelten sich so zu bekannten Bildhauern.
Zehn Jahre nach diesen Ereignissen konnte man sich keine Fasnacht ohne die eigene Larvenproduktion vorstellen. Zumal fast parallel 1927 Adolf Tschudin und Alfons Magne mit der Larvenproduktion in ihren Ateliers begannen, Adolf Tschudin mit Unterstützung von Paul Rudin und Otto Abt.

Viele Künstler arbeiteten in Folge beim Larven Tschudin, so zum Beispiel Iréne Zurkinden, Haiggi Müller, Louis Weber, Adolf Weisskopf, Karl Gutknecht, Lotti Krauss, Max Wilke und andere.Bis zum 2. Weltkrieg hatte sich die kaschierte Larve etabliert und mit der immer grösser werdenden Strassenfasnacht verdrängte sie zum Teil die Wachslarve von der Strasse in den Ballsaal. Der Vorteil der kaschierten Larve lag auf der Hand. Mit dem Material liess sich unendlich viel realisieren, es konnten Larven in allen Grössen und Variationen hergestellt werden, ganz so wie wir sie alle kennen. Die Zeit der Wachslarven war mit dem Beginn des 2. Weltkrieges vorbei.
Vielen Dank für`s Lesen und das Interesse an der Basler Künstlerlarve.
Fotos & Text: Bastian Peter
Weiterführende Links & Quellen:
Warum Halblarven an der Basler Fasnacht verpönt sind – Verwechslung mit Gummiband-Larven - 5. Oktober 2024 von Bastian Peter
Die Basler Fasnacht, von Paul Rudolf Kölner
1913, Elektronische Publikation: Christoph Merian Stiftung
"Die Basler Künstlerlarve: Als die Basler Larve die Thüringer Maske verdrängte", 27.02.2023
Andreas W. Schmid / Roman Peter, Bastian Peter
"Als die Basler Larve die Thüringer Maske verdrängte", BZ Basel vom 23.02.2023
"Die Tradition der Basler Künstlerlarven weiterführen", Die Riehener Zeitung, 19. Februar 2010
"Rendez Vous mit... Larven Atelier Charivari"
Autor/Foto: Lukas Müller
"Wie der Narr im Laufe der Zeit zum Ueli wird", Basler Zeitung, Dezember 2004
Christian Platz, Basler Zeitung, stadt.tagesthema., Montag, 13. Dezember 2004
"Vom Narr zum Ueli: Tradition und Wandel von Basler Fasnachtsfiguren"
Beat Trachsler, GS- Verlag Basel, 2004, ISBN: 3718501945
Beat Trachsler, GS-Verlag Basel

































Sehr interessant, vielen Dank für diesen Text!