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Schorsch vom Haafebeggi II: Basler Schnitzelbank-Legende und seine Larve

  • Autorenbild: Larven Atelier Charivari
    Larven Atelier Charivari
  • 12. Jan. 2024
  • 10 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Stunden

Schorsch vom Haafebeggi II gehört zu den bekanntesten Schnitzelbank-Figuren der Basler Fasnacht. Hinter der Figur stand der Bänggler Heini Klauser aus Laufen. Seine Larve wurde 2007 beim Hochwasser in Laufen schwer beschädigt.


Für das Larven Atelier Charivari ist diese Geschichte mehr als eine Reparatur. Sie zeigt, wie eng eine Larve mit einer Figur, einer Stimme, einer Fasnachtsbiografie und der Erinnerung an die Basler Fasnacht verbunden sein kann.


Dieser Beitrag dokumentiert drei Baslerstab-Artikel aus den Jahren 2007 und 2008 über die beschädigte Larve, ihre Restaurierung im Atelier Charivari und die Rückkehr von Schorsch.


Schorsch vom Haafebeggi II und die beschädigte Larve


Im August 2007 wurde Laufen von einem Hochwasser getroffen. Dabei wurde auch die Larve von Schorsch vom Haafebeggi II schwer beschädigt. Die Zeitung Baslerstab begleitete die Geschichte in drei Teilen.


Die Larve war nicht einfach ein Gegenstand. Für Heini Klauser war sie eng mit seiner Schnitzelbank-Figur verbunden. Schorsch hatte ihn über viele Jahre begleitet und war für viele Menschen ein vertrautes Gesicht der Basler Fasnacht.


Teil 1: Schorsch kommt unters Messer


Der erste Baslerstab-Artikel aus dem Dezember 2007 zeigt Heini Klauser mit der beschädigten Schorsch-Larve im Larven Atelier Charivari. Die Larve war durch das Hochwasser stark mitgenommen: blass, verbeult, zerkratzt und in ihrer Form beschädigt.


Gerade in diesem Zustand wird sichtbar, wie viel Bedeutung eine Larve haben kann. Wenn das Gesicht einer Figur, und somit deren bekannte Identität beschädigt ist, betrifft das nicht nur Material und Farbe, sondern auch Erinnerung, Auftritt und Persönlichkeit der Figur.


Warum eine Larve das Gesicht einer Fasnachtsfigur ist, erklären wir im Beitrag Was ist eine Larve an der Basler Fasnacht?


Heini Klauser zeigt seine beschädigte Larve: Schorsch vom Haafebeggi 2
Heini Klauser mit der beschädigten Larve von Schorsch vom Haafebeggi II im Larven Atelier Charivari. Foto: Martin Töng, Baslerstab 2007.

Transkript des Baslerstab-Artikels


Schorsch sieht traurig aus. Sein Gesicht ist blass und mit Schrammen übersät, seine Nase verbeult. Neben der lädierten Fasnachtslarve steht ihr Träger, Dr Schorsch vom Haafebeggi II: Bänggler Heini Klauser aus Laufen.


Ende August dieses Jahres kam die Flut und setzte Laufen unter Wasser. Sie holte sich auch den Schorsch. Das wohl bekannteste Gesicht der Basler Fasnacht: nur noch ein schlappes Papier.


„Happig“ sei der Moment gewesen, als Heini Klauser seinen Schorsch kaputt aus dem Wasser fischte. Denn es ist nicht nur die Larve. Es ist der ganze Schorsch, der nun endgültig ins Wasser gefallen war, nachdem sich die legendäre Figur bereits 2006 von der Fasnacht verabschiedet hatte.


„Vielleicht ist ja alles genau zum richtigen Zeitpunkt passiert“, sinniert Klauser. Auch wenn er und seine Frau Röseli beim Anblick der kaputten Larve Tränen in den Augen hatten – war das ein Zeichen, dass es jetzt wirklich vorbei sein soll?


Nein, Schorsch will noch nicht gehen. Jetzt liegt die Larve im Atelier von Roman Peter. Der, der ihn einst geschaffen hat, soll ihn wieder reparieren.


Teil 2: Die Reparatur im Larven Atelier Charivari


Im zweiten Teil beschreibt der Baslerstab die Reparatur im Atelier. Larvenmacher und Gründer des Atelier Charivari, Roman Peter, hatte Schorschs Gesicht ursprünglich geschaffen und sollte die stark beschädigte Larve wieder in Form bringen.


Das war aufwendig. Die ursprüngliche Gipsform existierte nicht mehr und die Larve war durch Wasser, Schmutz und Verformung stark beschädigt. Die Sisal-Perücke musste ersetzt werden, die Kappe wurde gewaschen, das kaschierte Papier musste wieder vorsichtig in Form gebracht werden.


Solche Arbeiten verlangen viel Erfahrung. Bei einer alten Larve darf die Form nicht gewaltsam verändert werden, und auch die alte Farbschicht darf nicht unnötig beschädigt werden. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einer einfachen Reparatur und einer behutsamen Restaurierung.


Der Larvenmacher repariert die Larve vom Schorsch vom Haafebeggi 2
Roman Peter repariert die Larve von Schorsch vom Haafebeggi II im Larven Atelier Charivari. Baslerstab 2007.

Transkript des Baslerstab-Artikels, Teil 2


Einen solchen Aufwand betreibt der Larvenmacher nur für das Fasnachtsoriginal.


Die Perücke aus Sisal ist bereits im Abfall gelandet. „Sie roch unangenehm nach dreckigem Wasser“, sagt Larvenmacher Roman Peter. Dafür ist Schorschs gestrickte Kappe frisch gewaschen. Die Larve selber macht aber noch einen zerknitterten Eindruck. „Den kriege ich wieder hin“, sagt Peter.


Aus Laufen sind der Bänggler Heini Klauser und seine Frau Röseli angereist, um den Schorsch vom Haafebeggi II, die legendäre Fasnachtslarve, zu Roman Peter und Daniel Ebner ins Larvenatelier zu bringen. Roman Peter, der Schorschs Gesicht vor 25 Jahren kreierte, soll die kaputte Larve wieder reparieren.


Ganz so einfach ist das nicht. Die ursprüngliche Gipsform der Larve ist vor Jahren in die Brüche gegangen. Roman Peter hat behelfsmässig ein Modell aus zwei verschiedenen Larvenformen zusammengebaut. Jetzt besprüht er die Innenseite der kaputten Larve mit Wasser, damit das kaschierte Papier biegsam wird. Schorsch wird auf das Modell gespannt, damit er wieder in Form kommt.


Der Larvenmacher muss behutsam sein, damit die alte Farbschicht nicht bröckelt. Später wird er die Bruchstellen mit elastischem Leim verkleben, Schorsch noch einmal zurechtbiegen und dann die Innenseite verleimen. Am Schluss bekommt die Larve einen neuen Anstrich und eine neue Perücke.


Eine langwierige, aufwändige Arbeit. „Für eine normale Larve würde ich das nicht machen“, sagt Peter. „Ich kann nur immer wenige Minuten daran arbeiten, dann muss ich wieder warten. In dieser Zeit hätte ich zwei neue Larven gemacht.“ So viel wie eine Larve wird auch die Reparatur kosten: ein paar hundert Franken.


Heini Klauser gibt zu: „Eigentlich ist es ein Witz.“ Doch Schorsch ist Geld und Aufwand wert. „Er hat mich so lange begleitet.“ Und was macht Heini Klauser mit seinem Schorsch, sobald er geflickt ist? Viel wird sich nicht ändern: „Er kommt mit dem Goschdym in den Keller.“ Insgeheim hat er aber einen Traum: ein Fasnachtsmuseum.


Noch vor der Fasnacht soll Schorsch wieder der alte sein.


Teil 3: Schorsch fast wie neu


Im dritten Baslerstab-Artikel von 2008 ist Schorsch wieder erkennbar. Die Larve bekam ihre Form, Farbe und eine neue Sisal-Perücke zurück. Nicht alles konnte vollständig gerettet werden, aber die Figur hatte ihr Gesicht wieder.


Gerade diese kleine Veränderung macht die Geschichte glaubwürdig. Eine alte Larve trägt Spuren. Sie kann restauriert, stabilisiert und wieder zum Ausdruck gebracht werden, ohne ihre ganze Geschichte zu verlieren.


Die Larve "Schorsch vom Haafebeggi 2" ist fast wie neu
Schorsch fast wie neu: Roman Peter mit der restaurierten Larve von Schorsch vom Haafebeggi II. Baslerstab 2008.

Transkript des Baslerstab-Artikels, Teil 3


Roman Peter arbeitete stundenlang, um das Fasnachtsoriginal zu reparieren.


Letzten Sommer wurde Heini Klausers Schorsch schwer beschädigt – nun ist die Larve wieder fast wie neu.


Frisch sieht er aus, trotz der tiefsten Augenringe, als wäre nie etwas gewesen: Schorsch ist wieder da. Dr Schorsch vom Haafebeggi II, die Larve, die Bänggler Heini Klauser aus Laufen zum Basler Fasnachtsoriginal gemacht hat, wurde bei der Flut vom letzten August übel zugerichtet.


Bereits 2006 hatte sich Klauser von der Fasnacht verabschiedet, doch so sollte Schorsch nicht in den Ruhestand gehen. Der Fasnächtler wollte, dass seine Larve ihr Gesicht wieder zurückbekommt.


Mit Glatze, Schrammen im Gesicht, eingedrückter Nase und abgeblätterter Farbe kam Schorsch Mitte Dezember ins Basler Larven Atelier Charivari zu Roman Peter. Der Larvenmacher, der Schorsch einst geschaffen hatte, sollte ihn nun wieder reparieren.


„Das war ein riesiger Aufwand“, erzählt Roman Peter einen Monat später. Mehr als ein Dutzend Stunden hat er an der Larve gearbeitet. Schorsch hat eine neue Sisal-Perücke bekommen, sein Gesicht hat wieder Farbe und Form, auch wenn die Nase nicht mehr ganz so aussieht wie zuvor. Nur: „Die Lippenpartie konnte ich nicht mehr retten.“


Die ursprüngliche Gipsform der Larve ist vor Jahren in die Brüche gegangen. Roman Peter musste improvisieren. Dennoch: „Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis“, sagt er. Und er hofft, Heini Klauser ist es auch.


„Phantastisch“, sagt dieser nur. Dass Schorsch nicht mehr ganz der alte ist, macht nichts: „Wir sehen ja auch nicht mehr aus wie vor 50 Jahren.“


Warum die Larve von Schorsch vom Haafebeggi II wichtig ist


Schorsch vom Haafebeggi II ist nicht einfach ein Beispiel für eine reparierte Larve. Die Geschichte zeigt, wie stark Larven mit der Basler Fasnacht verbunden sind. Und es zeigt wie verbunden der Basler mit seinen Larven und der Basler Fasnacht verbunden ist.


Eine Larve gibt einer Figur ihr Gesicht. Wenn diese Figur über Jahre bekannt wird, wird auch die Larve Teil der Erinnerung.


Für das Atelier Charivari ist diese Dokumentation wichtig, weil sie zeigt, dass Larvenmacher-Arbeit nicht nur aus Neuanfertigungen besteht. Manchmal geht es auch um Erhaltung, Erinnerung, Materialverständnis und den respektvollen Umgang mit einer bekannten Fasnachtsfigur.


Schorsch vom Haafebeggi II und die Basler Schnitzelbank-Tradition


Dieser Beitrag ist keine allgemeine Geschichte der Basler Schnitzelbänke. Im Mittelpunkt stehen Schorsch vom Haafebeggi II, Heini Klauser, die beschädigte Larve und die Arbeit im Larven Atelier Charivari.


Trotzdem zeigt die Geschichte, wie eng Schnitzelbank-Figuren, Larven, Sprache, Auftritt und Basler Fasnachtskultur zusammengehören. Die Larve war ein wichtiger Teil der Figur Schorsch – und genau deshalb war ihre Rettung mehr als eine gewöhnliche Reparatur.


Quellen zum Schorsch vom Haafebeggi II Beitrag


Die hier dokumentierten Beiträge stammen aus dem Baslerstab und erschienen 2007 und 2008. Die Zeitungsausschnitte sind als Scans im Beitrag eingebunden. Zur besseren Lesbarkeit wurden die Inhalte unter den Bildern übertragen und behutsam geglättet.


Hinweis: Die Transkripte wurden aus den eingebundenen Zeitungsscans in eine gut lesbare Form übertragen. Schreibweise und einzelne Formulierungen wurden vorsichtig angepasst, der Inhalt bleibt den Baslerstab-Artikeln von 2007 und 2008 verpflichtet.


Quellen:


„Schorsch kommt unters Messer“

Baslerstab, Dezember 2007, Schorsch vom Haafebeggi II, Teil 1

Autorin: Simone Morger / Fotos: Martin Töng


„Den kriege ich wieder hin“

Baslerstab, Dezember 2007, Schorsch vom Haafebeggi II, Teil 2

Autorin: Simone Morger / Fotos: Martin Töng


„Schorsch fast wie neu“

Baslerstab, Februar 2008, Schorsch vom Haafebeggi II, Teil 3

Autorin: Simone Morger / Fotos: Martin Töng


Häufige Fragen zu Schorsch vom Haafebeggi II und seiner Larve


Wer war Schorsch vom Haafebeggi II?

Schorsch vom Haafebeggi II war die bekannte Schnitzelbank-Figur des Bängglers Heini Klauser aus Laufen. Die Figur gehörte über viele Jahre zur Basler Fasnacht und war eng mit ihrer Larve verbunden.


Was passierte mit der Larve von Schorsch vom Haafebeggi II?

Die Larve wurde 2007 beim Hochwasser in Laufen schwer beschädigt. Wasser, Schmutz und Verformung setzten der Papierlarve stark zu.


Welche Rolle spielte das Larven Atelier Charivari?

Da wir die originale Schorsch Larve gemacht haben, kam Heini auch im 2007 zu uns ins Larven Atelier Charivari in Basel. Dort wurde sie behutsam restauriert und wieder in Form gebracht.


Warum war die Reparatur dieser Larve besonders?

Die Larve gehörte zu einer bekannten Basler Schnitzelbank-Figur. Ausserdem war die ursprüngliche Gipsform nicht mehr vorhanden, und die alte Papierlarve musste vorsichtig behandelt werden, damit Form und Farbschicht nicht weiter beschädigt wurden.


Geht es in diesem Beitrag um Schnitzelbänke allgemein?

Nein. Dieser Beitrag behandelt Schorsch vom Haafebeggi II, seine Larve und die Restaurierung im Atelier Charivari. Eine allgemeine Einordnung der Basler Schnitzelbänke gehört in einen eigenen Beitrag.


Warum ist dieser Beitrag heute wichtig?

Die Geschichte zeigt, dass Basler Larven Teil der Fasnachtserinnerung sind. Sie stehen nicht nur für Handwerk, sondern auch für Figuren, Auftritte, Menschen und gelebte Basler Fasnachtskultur.




































Heini Klausers legendäre Schnitzelbank Figur "Dr Schorsch vom Haafebeggi II" wurde 2007 im Hochwasser in Laufen sehr schwer beschädigt. Wir bekamen also Besuch von Heini, Schorsch und dem Baslerstab (ehemalige Zeitung, BS).


Teil 1: Schorsch kommt unters Messer


Die folgenden Zeitungsausschnitte aus dem Jahr 2007 sind nicht zu 100% lesbar. Unter den Bildern sind jeweils die Texte zum Nachlesen. Quellenangaben wie immer unten.


Zeitungsausschnitt aus dem Baslerstab: Heini Klauser mit der "Schorsch" Larve. Ein Foto von Martin Töng, Baslerstab 2007/2008, Basel. Aufgenommen im Larven Atelier Charivari
Heini Klauser mit der "Schorsch" Larve. Das Hochwasser in Laufen hat sie schwer beschädigt

Schorsch sieht traurig aus. Sein Gesicht ist blass und mit Schrammen übersät, seine Nase verbeult. Neben der lädierten Fasnachtslarve steht ihr Träger Dr Schorsch vom Haafebeggi II. Bänngler Heini Klasuer (74) aus Laufen (BL). Ende August dieses Jahres kam die Flut und setzte Laufen unter Wasser. Sie holte sich auch den Schorsch. Das wohl bekannteste Gesicht der Basler Fasnacht: nur noch ein schlappes Papier. "Happig" sei der Moment gewesen, als Heini Klauser seinen Schorsch kaputt aus dem Wasser fischte. Denn, es ist nicht nur die Larve, es ist der ganze Schorsch, der nun endgültig ins Wasser gefallen war, nachdem sich die legendäre Figur bereits 2006 von der Fasnacht verabschiedet hatte. "Vieleicht ist ja alles genau zum richtigen Zeitpunkt passiert." sinniert Klauser. Auch wenn er und seine Frau Röseli (72) beim Anblick der kaputten Larve Tränen in den Augen hatten - war das ein Zeichen, dass es jetzt wirklich vorbei sein soll? Nein, Schorsch will noch nicht gehen. Jetzt liegt die Larve im Atelier vom Roman Peter (55). Der der ihn einst geschaffen hat, soll ihn wieder reparieren. (Mehr im Teil 2).


Teil 2: Roman Peter repariert Schorsch: "Den kriege ich wieder hin"



Ein Scan eines Zeitungsauschnittes. Neben dem Artikel sieht man den Larvenmacher im Atelier Charivari beim Reparieren der Bangg-Legende.
Roman Peter repariert Schorsch vom Haafebeggi II.


Einen solchen Aufwand betreibt der Larvenmacher nur für das Fasnachtsoriginal.

Die Perücke aus Sisal ist bereits im Abfall gelandet. "Sie roch unangenehm nach dreckigem Wasser" sagt Larvenmacher Roman Peter. Dafür ist Schorschs gestrickte Kappe frisch gewaschen. Die Larve selber macht aber noch einen zerknitterten Eindruck. "Das kriege ich wieder hin", sagt Peter.

Aus Laufen sind der Bänggler Heini Klauser und seine Frau Röseli angereist, um den Schorsch vom Haafebeggi II, die legendäre Fasnachtslarve zu Roman Peter und Daniel Ebner ins Larvenatelier an der Kannenfeldstrasse zu bringen. Roman Peter, der Schorschs Gesicht vor 25 Jahren kreierte, soll die kaputte Larve wieder reparieren.


Bis es biegsam wird

Ganz so einfach ist das nicht. Die ursprüngliche Gipsform der Larve ist vor Jahren in die Brüche gegangen. Roman Peter hat behelfsmässig ein Modell aus zwei verschiedenen Larvenformen zusammengebastelt. Jetzt besprüht der die Innenseite der kaputten Larve mit Wasser, damit das cachierte Papier biegsam wird. Schorsch wird au das Modell gespannt, damit er wieder in Form kommt.

Der Larvenmacher muss behutsam sein, damit die antike Farbschicht nicht bröckelt. Später wird er die Bruchstellen mit elastischem Leim verkleben Schorsch noch einmal zurechbiegen und dann die Innenseite verleimen. Am Schluss bekommt die Larve einen neuen Anstrich und eine neue PErücke. Eine langwierige, aufwändige Arbeit. "Für eine normale Larve würde ich das nicht machen", sagt Peter. "Ich kann nur immer wenige Minuten daran arbeiten, dann muss ich wieder warten. Ich dieser Zeit hätte ich zwei neue Larven gemacht." So viel wie eine Larve wird auch die Reperatur kosten: "Ein paar hundert Franken."


Heini Klauser gibt zu: "Eigentlich ist es ein Witz." Doch Schorsch ist Geld und Aufwand wert. "Er hat mich so lange begleitet". Und was macht Heini Klasuer mit seinem Schorsch, sobald er geflickt ist? Viel wird sich nicht ändern "Er kommt mit dem Goschdym in den Keller." Insgeheim hat er aber einen Traum: "Ein Fasnachtsmuseum."

Noch vor der Fasnacht soll Schorsch wieder der alte sein.




Teil 3: Schorsch fast wie neu



In diesem Scan eines Zeitungsausschnittes vom Baslerstab, 2008, sieht man Roman Peter und die reparierte Schorsch Larve.
Schorsch fast wie neu. Schnitzelbank-Legende glücklich.


Roman Peter (55) arbeitete stundenlang, um das Fasnachtsoriginal zu reparieren.


Letzten Sommer wurde Heini Klausers "Schorsch" schwer beschädigt (u.r) - nun ist die Larve wieder wie neu.


Frisch sieht er aus, trotz der tiefsten Augenringe, als wäre nie etwas gewesen- Schorsch ist wieder da! "Dr Schorsch vom Haarebeggi II", die Larve, die Bänggler Heini Klauser (74) aus Laufen (BL) zum Basler Fasnachtsoriginal gemacht hat, wurde bei der Flut vom letzten August übel zugerichtet (Baslerstab berichtete). Bereits 2006 hatte sich Klauser von der Fasnacht verabschiedet, doch so sollte Schorsch nicht in den Ruhestand gehen. Der Fasnächtler wollte, dass seine Larve ihr Gesicht wieder zurückbekommt.


Mit Glatze, Schrammen im Gesicht, eingedrückter Nase und abgeblätterter Farbe, kam Schorsch Mitte Dezember ins Basler Larven Atelier Charivari zu Roman Peter. Der Larvenmacher, der Schorsch einst geschaffen hatte, sollte ihn nun wieder reparieren. "Das war ein riesiger Aufwand", erzählt Roman Peter einen Monat später - mehr als ein Dutzend Stunden hat er an der Larve gearbeitet. Schorsch hat eine neue Sisal-Perücke bekommen, sein Gesicht hat wieder Farbe und Form, auch wenn die Nase nicht mehr ganz so aussieht wie zuvor. Nur: "Die Lippenpartie konnte ich nicht mehr retten".


Die ursprüngliche Gibsform der Larve ist vor Jahren in die Brüche gegangen - Roman Peter musste improvisieren. Dennoch: "Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis", sagt er. Und er hofft, Heini Klauser ist es auch.

"Phantastisch" sagt dieser nur. Dass Schorsch nicht mehr ganz der alte ist, macht nichts: "Wir sehen ja auch nicht mehr aus wie vor 50 Jahren."



Quellen:


"Schorsch kommt unters Messer" -

Baslerstab, Dezember 2007 (Schorsch vom Haafebeggi II, Teil 1)

Autor: Simone Morger / Fotos: Martin Töng


"Den kriege ich wieder hin"

Baslerstab, Dezember 2007 (Schorsch vom Haafebeggi II, Teil 2)

Autor: Simone Morger / Fotos: Martin Töng


"Schorsch fast wie neu"

Baslerstab, Februar 2008 (Schorsch vom Haafebeggi II, Teil 3)

Autor: Simone Morger / Fotos: Martin Töng






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