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Rettet die Solidaritätsplakette die Basler Fasnachtsmanufakturen?

  • Autorenbild: Larven Atelier Charivari
    Larven Atelier Charivari
  • 26. Aug. 2020
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 5. Mai

Die Basler Zeitung berichtet am 26. August 2020 über die zunehmende Unsicherheit rund um die Fasnacht 2021 und die existenzielle Lage vieler Betriebe im Fasnachtsumfeld. Besonders betroffen sind Larvenmacher, Schneidereien und weitere spezialisierte Handwerksbetriebe, deren Arbeit stark von Planungssicherheit abhängt.

Der Artikel zeigt auf, wie früh sich die Auswirkungen der Corona-Krise im Fasnachtskosmos bemerkbar machen – und welche Überlegungen entstehen, um die finanziellen Folgen abzufedern.


Im Folgenden der Artikel aus der Basler Zeitung vom 26.08.2020 in gut lesbarer Form.



Basler Zeitung vom 26.08.2020


Eine Solidaritätsplakette für Betroffene?

Fasnacht 2021

Larven- und Schneidereiateliers rechnen mit einem Arbeitsausfall von 80 Prozent. Jetzt werden erste Ideen gewälzt, wie man den finanziellen Verlust etwas abfedern könnte.

Findet die nächste Fasnacht statt? Alle hoffen, aber keiner weiss es. Was Larvenmacher und Kostümschneiderinnen und gewisse Laternenmaler aber jetzt schon befürchten: einen Lohnausfall. Pascal Joray, Laternenmaler, der in den letzten Jahren jeweils für mehrere Cliquen die Lampen gemalt hat, sagt: «Wir rechnen mit einem Arbeitsausfall von 80 Prozent.» Denn bis jetzt können die Cliquen nicht planen.

Normalerweise erhalten Larvenateliers und Laternenmaler jetzt erste Meldungen von Cliquen, was die Planung der nächsten Fasnacht angeht. «Aber sie kommen nicht», sagt Joray. Schlimmer noch: Viele Cliquen haben bereits entschieden, mit den nicht zum Einsatz gekommenen diesjährigen Fasnachtskostümen und Laternen an den Cortège zu gehen, falls 2021 doch eine Fasnacht stattfinden sollte.

Roman Peter vom Larvenatelier Charivari sagt: «Viele der Larvenmacher verzweifeln, weil sie mit einem existenzbedrohenden Auftragsausfall konfrontiert sind; es ist brutal.» Sein Atelier werde irgendwie durchkommen. Es mache auch Vorarbeiten wie das Kaschieren von Güpfli, jedoch mit etwas weniger Mitarbeitern. «Zudem werden wir unseren Internet-Shop intensivieren, aber davon können wir nicht leben.»


Grosse Hilflosigkeit


Zweimal haben sich nun in den letzten Wochen rund ein Dutzend Vertreter von Larvenateliers, einige Schneiderinnen und Laternenmaler zu einer Sitzung getroffen. «Es ging vor allem um die Hilflosigkeit», sagt Peter.

Doch an der letzten Sitzung ging es auch darum, einen Weg zu suchen, um alle, die in der Vorarbeit involviert sind, zu unterstützen. Da sei auch die Idee aufgetaucht, eine Solidaritätsplakette zu lancieren, um mit dem eingenommenen Geld den betroffenen Larvenmachern und Schneiderinnen unter die Arme zu greifen.

Zudem sind Vertreter mit einem Brief an das Fasnachts-Comité gelangt, indem sie das Gremium fragen, welchen Weg man beschreiten könnte, um unter anderem Unterstützungsgelder zu erhalten.

Einige dieser Kunstschaffenden machen sich sogar noch weiterreichendere Sorgen. So sagt Pascal Joray zur «Basler Zeitung»: «Larven- und Schneidereiateliers mit ihren spezialisierten Handwerkern, aber auch Kunstschaffende geben mit ihren künstlerischen Sujet-Umsetzungen der Basler Fasnacht erst das gestalterische Gesicht, das zur Aufnahme in die Liste des immateriellen UNESCO-Weltkulturerbes geführt hat.»

Und fragt deshalb: «Wird also bei einer möglichen Normalisierung auf die Fasnacht 2022 oder 2023 hin überhaupt noch genügend kreative Kraft da sein, oder verlieren wir das Handwerk und das Fachwissen?»

Dominik Heitz


Solidarität in der Basler Fasnacht während der Corona-Krise

Der Bericht macht deutlich, wie früh die Unsicherheit rund um die Fasnacht spürbar wurde – und wie stark insbesondere die handwerklichen Grundlagen der Fasnacht unter Druck geraten sind.

Gleichzeitig zeigt er auch, wie innerhalb der Fasnachtsgemeinschaft nach Lösungen gesucht wird, um diese einzigartige Kultur und das damit verbundene Wissen zu erhalten.


Wir danken allen Cliquen sowie allen anonymen Unterstützerinnen und Unterstützern, die in dieser herausfordernden Zeit Solidarität gezeigt und damit einen wichtigen Beitrag zum Fortbestehen des Larvenhandwerks geleistet haben.


Weiterführende Artikel/Medienbeiträge betreffend Larvenmacher & Fasnachtsmanufakturen beider Basel zur Corona-Krise:

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