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Die Larvenmacher wurden vergessen

  • Autorenbild: Bastian Peter
    Bastian Peter
  • 22. Jan. 2021
  • 2 Min. Lesezeit

Die Kleinbasler Zeitung berichtet in ihrer Ausgabe 1/2021 über die schwierige Situation der Larvenmacher während der Corona-Krise. Trotz ihrer zentralen Rolle für die Basler Fasnacht geraten viele Kunst- und Handwerksbetriebe zunehmend unter Druck – nicht zuletzt, weil sie in politischen Unterstützungsstrukturen oft nicht ausreichend berücksichtigt werden. Und dabei wurden die Künstlerateliers die für die Basler Fasnacht und die Aktiven arbeiten gänzlich vergessen.

Gleichzeitig entstehen innerhalb der Fasnachtsgemeinschaft neue Initiativen, um sich gegenseitig zu unterstützen und das Handwerk zu sichern.

Im Folgenden der Artikel aus der Kleinbasler Zeitung, Ausgabe 1/2021 (Seite 35) in gut lesbarer Form.



Kleinbasler Zeitung 1/2021 (Seite 35)

Die Larvenmacher wurden vergessenVon Werner Blatter

Sie sind auch Kulturschaffende, sie sind unersetzbar, nicht nur in der Fasnachtsmetropole Basel. Die Larvenmacher und Larvenmacherinnen. Aber weder national – vom Bundesrat – noch lokal von den Regierungen in beiden Halbkantonen wurden sie auf die Härtefall-Unterstützungs-Liste gesetzt. Ein harter Schlag für diese engagierten Künstler und Künstlerinnen.

Schon im vergangenen Jahr mussten sie beträchtliche Umsatzeinbussen verkraften, einige haben und hatten praktisch keine Aufträge. So auch Roman Peter, der 1975 das Larvenatelier Charivari eröffnet hatte. Sein Glück, dass er sich schon in den 80er-Jahren im Sommer professionell mit der Malerei und den Skulpturen beschäftigte. Er zeigte seine Werke in Basel, dann in der Restschweiz, in mehreren deutschen Städten. Es folgten Stockholm, Amsterdam, Rotterdam, Gent, Lissabon und gar New York. Aber immer an erster Stelle blieb sein Larvenatelier, wo inzwischen etwa 60'000 Larven entstanden sind.

Zurzeit beschäftigt er noch sieben Mitarbeitende, die alle auf Kurzarbeit gesetzt sind. Ob er seine geplante Ausstellung «E Naase voll Fasnacht, Larve und Helge» in der Galerie Brigitta Leupin am Münsterberg Ende Januar/Anfang Februar durchführen kann, ist eher fraglich, da zur Zeit auch Galerien geschlossen bleiben müssen.


Die lancierte Solidaritätsplakette

Sie konnten und wollten nicht weiter tatenlos zusehen. Darum gründeten neun Larvenmacher, Laternenmaler und Kostümschneiderinnen einen Verein «Fasnachtsmanufakturen beider Basel», liessen eine Solidaritäts-Plakette aus Kupfer anfertigen. Kaum zu glauben, der Erfolg war riesig, die bisher total 20'000 angefertigten Plaketten gingen weg wie «frische Weggli».

Von den zehn Franken Verkaufspreis fliessen zwei Franken in die Produktionskosten. Cliquen, die den Verkauf übernahmen, erhielten drei Franken, einige verzichteten aber auf diese Entschädigung, sie liessen den Erlös vollumfänglich dem Verein zukommen.

Mehr als nur erfreulich ist die Tatsache, dass Firmen und auch viele Private, teils anonym, kleinere und grössere Spenden direkt dem Verein zukommen liessen und hoffentlich auch künftig noch zufliessen lassen. Trotzdem, die Zukunft vor allem für die Larvenmacher sieht – zumindest im Moment – noch sehr düster aus.


Unterstützung für Larvenmacher in der Corona-Krise

Der Bericht zeigt deutlich, wie stark die Auswirkungen der Corona-Krise die handwerkliche Grundlage der Basler Fasnacht treffen. Gleichzeitig macht er sichtbar, wie wichtig Eigeninitiative und Solidarität innerhalb der Fasnachtsgemeinschaft sind.

Die Solidaritätsplakette ist ein Beispiel dafür, wie aus einer schwierigen Situation heraus konkrete Unterstützung entstehen kann – getragen von Cliquen, Kulturschaffenden und engagierten Privatpersonen.

Unser herzlicher Dank gilt allen Cliquen sowie allen anonymen Spenderinnen und Spendern, die mit ihrer grosszügigen Unterstützung dazu beitragen, das Larvenhandwerk und damit ein zentrales Element der Basler Fasnacht zu erhalten.


Weiteres zum Thema Corona-Krise, keine Unterstützung vom Fasnachts-Comité, Solidaritätsplakette und die Larvenateliers/Basler Fasnachtsmanufakturen:


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