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Masques du Monde: Basler Fasnachtslarven

  • Autorenbild: Bastian Peter
    Bastian Peter
  • 17. Nov. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Im Jahr 2000 erschien das französischsprachige Buch „Masques du Monde“ von Michel Revelard und Guergana Kostadinova. Der Band widmet sich Masken aus aller Welt und stellt sie im Zusammenhang mit den Sammlungen des Musée international du Carnaval et du Masque de Binche vor.


Für das Larven Atelier Charivari ist dieses Buch ein besonderer Archivbeleg: Unser Atelier lieferte Informationen und Fotomaterial zu klassischen Basler Fasnachtslarven. Damit wurden Basler Larven nicht nur als Teil der Basler Fasnacht dokumentiert, sondern auch in einen internationalen Zusammenhang von Masken, Ritualen, Verwandlung und Maskenkultur gestellt.


Eine Waggis-, Alti Dante-, Dummpeter- und Harlekin-Larve im Buch "Masques du Monde"
Basler Fasnachtslarven in "Masques du monde"


Ein internationales Buch über Masken


„Masques du Monde“ ist kein reines Bilderbuch über dekorative Masken. Schon der Untertitel macht deutlich, dass es um einen breiteren kulturellen Zusammenhang geht: um das Universum der Maske in den Sammlungen des internationalen Karnevals- und Maskenmuseums in Binche.


Das Vorwort stammt von Claude Lévi-Strauss, einem der bekanntesten Ethnologen und Anthropologen des 20. Jahrhunderts. Der Band betrachtet Masken als kulturelle Objekte: als Zeichen, als Rollen, als Verkleidung, als Schutz, als Ausdruck und als Teil lebendiger Bräuche.


In diesem Rahmen erscheinen auch die Basler Fasnachtslarven. Für uns ist genau das spannend: Die Basler Larve wird nicht nur lokal verstanden, sondern als Teil einer grösseren Geschichte des Maskierens.


Fasnachtslarven aus dem Atelier Charivari im Buch "Masques du monde"
Larven aus Basel im Buch "Masques de monde"

Der Beitrag vom Atelier Charivari


Das Larven Atelier Charivari lieferte für „Masques du Monde“ Informationen und Fotos zu klassischen Basler Fasnachtslarven.


Das ist für unsere Ateliergeschichte ein wichtiger Hinweis. Seit 1976 entstehen bei Charivari in Basel handgemachte und handbemalte Larven für die Basler Fasnacht. Dazu gehören klassische Figuren wie Waggis, Ueli, Alti Dante, Pierrot, Harlekin, Blätzlibajass, Dummpeter oder Altfrank, aber auch freie Figuren, Charakterlarven, Theaterlarven und Sonderanfertigungen.


Dass klassische Basler Larven in einem internationalen Maskenbuch dokumentiert wurden, zeigt: Dieses Handwerk ist nicht nur saisonale Fasnachtsarbeit. Es ist Teil einer lebendigen Maskenkultur.


Wenn Sie mehr wissen wollen über die Basler Künstlerlarve und ihre Entstehung, finden Sie hier Antworten.


Waggis-Larve mit gelber Perücke in "Masques du monde"
Waggis-Larve mit gelber Perücke in "Masques du monde"

Warum Basler Fasnachtslarven in ein Buch über Weltmasken gehören


Für Basel ist die Larve mehr als eine Maske. Sie ist das Gesicht der Fasnachtsfigur.

Eine Larve verdeckt nicht nur das Gesicht der Person, die sie trägt. Sie erschafft eine neue Figur. Ein Waggis wird frech, grob, übermütig oder verschmitzt. Ein Ueli wirkt verspielt, elegant oder melancholisch. Eine Alti Dante kann würdevoll, streng, neugierig oder spöttisch erscheinen.


Die Larve bestimmt, wie eine Figur gesehen wird. Sie gibt ihr Charakter, Blick, Haltung und Ausdruck.


Gerade deshalb passt die Basler Fasnachtslarve in ein Buch über Masken aus aller Welt. Masken sind in vielen Kulturen nicht einfach Verkleidungen. Sie ermöglichen Verwandlung. Sie machen Rollen sichtbar. Sie schaffen Abstand zum Alltag und öffnen einen Raum für Spiel, Ritual, Spott, Kritik oder Kunst.


An der Basler Fasnacht geschieht genau das auf ganz eigene Weise.


Larve oder Maske?


Der französische Buchtitel spricht von „Masques“, also Masken. In Basel verwenden wir aber bewusst das Wort Larve.


Dieser Unterschied ist wichtig. Im allgemeinen Sprachgebrauch meint Maske meistens ein Objekt, das das Gesicht bedeckt. In Basel ist die Larve enger mit der Fasnachtsfigur verbunden. Sie ist Ausdrucksträger, Identität und gestalterisches Zentrum der Figur.

Deshalb sprechen wir im Atelier von Larven, Larvenformen, Larvenmalerei, Larvenmacherei und Basler Künstlerlarven.


Der Begriff gehört zur Basler Fasnachtssprache und zur Tradition selbst. Das Wort "Maske" an der Basler Fasnacht, bedeutet die gesamte Figur, also mit Kostüm und Larve.


Wer mehr über diesen Unterschied wissen möchte, findet in unserem Blog den Beitrag „Was ist eine Larve an der Basler Fasnacht?“.


Klassische Basler Larven als Kulturgut


Klassische Basler Fasnachtslarven leben von Wiedererkennbarkeit und Variation zugleich.


Ein Waggis bleibt als Waggis erkennbar. Trotzdem kann jede Waggis-Larve anders wirken: freundlich, derb, lauernd, stolz, übermütig oder bissig. Dasselbe gilt für Ueli, Pierrot, Harlekin, Alti Dante oder Dummpeter. Die Figur ist bekannt, aber die einzelne Larve ist immer eine Interpretation.


Diese Wirkung entsteht durch Form, Proportion, Augen, Mund, Nase, Bemalung, Farbe, Perücke, Hut, Helm und Tragweise. Schon kleine Veränderungen können den Ausdruck einer Larve stark verändern.


Genau darin liegt die handwerkliche und künstlerische Besonderheit der Basler Larve. Sie ist nicht einfach ein Serienobjekt. Sie ist eine gestaltete Figur.


Zum Waggis, Pierrot und den anderen klassischen Basler Fasnachtsfiguren finden Sie hier übrigens detailierte, recherchierte Informationen.


Ein Archivbeleg für das Basler Larvenhandwerk


Viele Medienberichte über Larvenmacher zeigen die Arbeit kurz vor der Fasnacht: volle Regale, letzte Bemalungen, Reparaturen, Kundschaft, Öffnungszeiten und Vorfreude auf die drey scheenschte Dääg.


„Masques du Monde“ setzt einen anderen Akzent. Das Buch zeigt die Basler Larve nicht nur als Fasnachtsartikel, sondern als kulturelles Objekt innerhalb einer internationalen Maskensammlung.


Für das Larven Atelier Charivari ist genau dieser Blick wertvoll. Er hält fest, dass Basler Fasnachtslarven auch ausserhalb von Basel als eigenständige Form der Maskenkultur wahrgenommen wurden.


Von Basel nach Binche


Basel und Binche sind unterschiedliche Fasnachts- und Karnevalswelten. Trotzdem verbindet beide Orte die Frage, wie Maskierung, Figur und Brauch zusammenwirken.

Die Aufnahme Basler Larven in ein Buch aus dem Umfeld des Musée international du Carnaval et du Masque de Binche zeigt, dass lokale Traditionen über ihre Stadt hinaus lesbar werden können. Eine Basler Larve bleibt baslerisch.


Aber im Vergleich mit Masken aus anderen Regionen wird deutlicher, was sie besonders macht: Papiermaché, Überzeichnung, Satire, Figurentypen, Handmalerei und die enge Verbindung zur Basler Fasnacht.


Warum wir solche Spuren bewahren


Für ein Larvenatelier sind solche Buch- und Medienbelege mehr als Erinnerungsstücke. Sie zeigen, wie das Handwerk wahrgenommen, beschrieben und eingeordnet wurde.

Das ist gerade für die Basler Larve wichtig. Sie lebt auf der Strasse, im Atelier, in Cliquenkellern und in Sammlungen. Aber sie lebt auch in Bildern, Texten, Büchern und Archiven weiter.


„Masques du Monde“ ist deshalb ein kleines Stück dokumentierte Ateliergeschichte: ein Hinweis darauf, dass Charivari nicht nur Larven hergestellt, sondern auch Wissen über klassische Basler Fasnachtslarven weitergegeben hat.


Wer klassische Basler Larven entdecken möchte, findet im Larven Atelier Charivari in Basel handgemachte Larven, historische Bezüge, Formen, Einzelstücke und Beratung aus vielen Jahrzehnten Larvenmacherei.


Fakten zum Buch

Titel: Masques du Monde

Autoren: Michel Revelard und Guergana Kostadinova

Erscheinungsjahr: 2000

Verlag: La Renaissance du Livre

Vorwort: Claude Lévi-Strauss

Thema: Masken aus aller Welt in den Sammlungen des Musée international du Carnaval et du Masque de Binche

Bezug zu Charivari: Das Larven Atelier Charivari lieferte Informationen und Fotos zu klassischen Basler Fasnachtslarven.


Buchcover von Masques du Monde
Das Buch „Masques du Monde“ erschien 2000.

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