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Ein Augentrost für Frau Fasnacht

  • Autorenbild: Larven Atelier Charivari
    Larven Atelier Charivari
  • 16. März 2024
  • 3 Min. Lesezeit

Basler Zeitung Februar 2021


Die Basler Fasnacht 2021 stand ganz im Zeichen von Unsicherheit, Einschränkungen und neuen Formen der kulturellen Vermittlung. In ihrem lesenswerten Beitrag «Ein Augentrost für Frau Fasnacht» beschreibt die Basler Zeitung diese Situation anhand der Ausstellung «E Naase voll Fasnacht» in der Galerie Brigitta Leupin.


Der Artikel von Stephan Reuter ist aufmerksam geschrieben und ordnet die Ausstellung ruhig und treffend in den damaligen Moment ein. Besonders schön ist, wie er die Arbeiten der beteiligten Künstler beschreibt und dabei auch die Larven von Roman Peter aus dem Larven Atelier Charivari würdigt.


Basler Zeitung vom 16. Februar 2021 mit dem Artikel «Ein Augentrost für Frau Fasnacht» über die Ausstellung E Naase voll Fasnacht in Basel
Basler Zeitung vom 16. Februar 2021 mit dem Artikel «Ein Augentrost für Frau Fasnacht» über die Ausstellung E Naase voll Fasnacht in Basel

Im Folgenden der Artikel in Transkription.


Sehenswert

Die Galerie von Brigitta Leupin schnuppert im Lockdown wenigstens «E Naase voll Fasnacht». Online natürlich.


Stephan Reuter

Der Waggis trägt Trauer, keine Frage. Zumindest lässt er den Piccolokolben hängen, hinunter bis aufs Trommelfell, und das ist sonst gar nicht nach Waggis-Art. Sonst trägt ein Waggis die Nase hoch, immer stolz nach den Morgenstreichsternen gereckt. Aber sonst besteht um diese Zeit ja auch Aussicht auf Fasnacht. Und nicht auf eine Placebo-Saison, in der das Gässle im Stiegenhaus stattfindet und eine Banggaffäre die Bangg in den Beizen ersetzt.

Aber Stopp jetzt, genug auf Ändstraichniveau gejammert. Wir wissen ja noch gar nicht, wie geschickt sich die Basler Fasnacht 2021 aus dem Sumpf der Corona-Notverordnungen zieht. Die kreativen Köpfe gehen hier schon mal in Vorleistung. So hat die Basler Galerie Brigitta Leupin online gestellt, was man derzeit am Münsterberg nicht frei besichtigen darf (höchstens sporadisch auf Voranmeldung und Corona-konform im familiärsten Rahmen).


Er pfyfft uff e Lockdown

Vier Basler Künstler sind vertreten. Darunter, in Acryl, besagter «Naasefällwaggis», der sich den Blues von der Seele drummlet. Das Kerlchen besitzt eine ganze Serie Verwandter, allesamt von Illustrator Domo Löw ersonnen und mit lockerem Strich ins Leben gerufen. Darunter sind veritable Trotzköpfe: Einer «pfyfft uff e Lockdown», natürlich auf dem Piccolo. Einem Stänzler steckt «ein brennender Rossbolle» am Drumstick, was ihn offensichtlich zu beschwingtem Laufschritt verleitet und dennoch nicht die Fasnachtslaune verdirbt.

Der Ur-Basler Künstler Roman Peter bemalt Larven. Man kennt sie so gut wie sein Atelier Charivari, dennoch staunt man aufs Neue: was für eine Ausdrucksstärke. Schaut man zu lange in diese Gesichter, möchte man weinen. Oder lachen. Selbst wenn die Larve nur am Haken hängt.

Peter ist schlicht ein Meister der Nuance, der Schattierung, bei ihm braucht es kein Brimborium. Am Münsterberg sind sowohl aktuelle Larven als auch historische aus Peters Sammlung zu sehen.


Ineinander verschlungen

Diverse Basler Galerien nutzen die derzeit einzige Chance, aus der Corona-verordneten Zwangsuntätigkeit auszubrechen, und weichen auf Alternativen zur klassischen Fasnachtsausstellung aus. Online wie bei Brigitta Leupin. Im Schaufenster, wie die Trommeln bei Sarasin Art (siehe Seite 23). Oder beides zugleich, wie in der Galerie Eulenspiegel.


Der Drahtkünstler und Laternenmaler Christoph Knöll steuert am Münsterberg Objekte bei, die aufs Innigste mit der Fasnacht – und mithin ineinander – verschlungen bleiben. So wie das Pärchen «Dr Fasnachtsschatz».

Die drey scheenschte Dääg übertrumpft diese Onlineausstellung nicht. Als Augentrost für die ausgesperrte Frau Fasnacht aber mag sie taugen. Ein Tipp noch für den Morgenstreich-Montag, morgens um vier Uhr: Lichter löschen, Compi anwerfen, sich in Fredy Pracks Gouachen vertiefen. Den einen oder anderen Schimmer vom nächtlichen Zauber fängt der Basler (Laternen-)Maler durchaus ein.


Galerie Brigitta Leupin, Basel. www.brigittaleupin.ch


Beweisen Charakter, auch ohne Cortège: Roman Peters Künstlerlarven.Nächtlicher Zauber: Fredy Prack, «Morgestreich am Barfi».Trommelt den 2021er-Fasnachtsblues: Domo Löws «Naasefällwaggis». Foto: © Pro LitterisEng umschlungen: Christoph Knöll, «Dr Fasnachtsschatz».


Basler Fasnachtsausstellung im Lockdown 2021

Der Beitrag dokumentiert sehr gut, wie die Basler Fasnacht im Februar 2021 auch ausserhalb des üblichen Rahmens künstlerisch präsent blieb. Im Mittelpunkt stehen dabei die Online-Ausstellung «E Naase voll Fasnacht», die Galerie Brigitta Leupin sowie die beteiligten Basler Künstler.

Gerade im Zusammenhang mit Basler Fasnacht 2021, Roman Peter, Larven Atelier Charivari und Fasnachtsausstellungen in Basel ist der Artikel ein wertvolles Zeitdokument. Er zeigt, wie Ausstellung, Larven, Malerei und Drahtfiguren auch in einer Phase ohne reguläre Fasnacht sichtbar geblieben sind.


Quelle

Quelle: Basler Zeitung, Dienstag, 16. Februar 2021, Seite 15, «Ein Augentrost für Frau Fasnacht», Stephan Reuter

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